Abschnittsübersicht

Kursübersicht

    • Textbaustein zur Relevant für Inklusion/Diklusion 

       

      Musiklehrkräfte stehen immer wieder vor der Herausforderung, wie aktives Musizieren für beeinträchtigte Menschen ermöglicht werden kann. Instrumente und Arrangements für die Musizierpraxis sind normalerweise für Menschen entwickelt worden, die regelhaft über eine volle Kontrolle ihres Sensoriums und ihrer Motorik verfügen. Da dies bei Schülerinnen und Schülern in inklusiven Settings nicht oder nur eingeschränkt vorliegt, ist es notwendig, in der alltäglichen musikpädagogischen Arbeit darüber nachzudenken, wie Lösungen für aktives Musizieren entwickelt werden können. Diese Lösungen sollten an den individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler orientiert werden. Viele Apps sind nicht bloß einfache Werkzeuge, sondern stellen komplexe und vielfältig einsetzbare Produktionssysteme und Musikinstrumente dar. Musik-Apps sind Ausdruck einer musikalischen Kultur, die durch Partizipation, offene Prozesse, Visualisierung und Mobilität beschrieben werden können. In diesem Baustein wird digitales Musizieren anhand der Apps ThumbJam, Drums XD, Guitarism, Loopimal, iReal Pro und DM1 vorgestellt.

      App-Musik birgt große Potenziale für alle Schülerinnen und Schüler im Musikunterricht und entspricht damit sowohl den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention als auch den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz sowie den aktuellen Bildungsplänen des Schulfachs Musik. Durch digitale Musiktechnologie in Form von App-Musik eröffnet sich ein weites Feld an neuen musikalischen Ausdrucks-, Gestaltungs- und Vermittlungsformen. Insofern ist es wünschenswert, wenn der Bekanntheitsgrad der Möglichkeiten der App-Musik im Musikunterricht in inklusiven Settings perspektivisch zunimmt und als Medium für das gemeinsame Musizieren und für Lernprozesse genutzt werden kann. In inklusiven Settings im Musikunterricht ist von einer sehr weiten Aufspreizung des Anforderungniveaus auszugehen. Hierbei können Instrumental-Apps aufgrund ihrer Flexibilität und Konfigurierbarkeit sehr hilfreich sein, gerade mit Blick auf die sehr verschiedenen individuellen Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler. Eine breite Auseinandersetzung mit Digitaltechnologien und Inklusion hat in der deutschsprachigen Musikpädagogik bislang kaum stattgefunden (Godau 2022, S.176).