KI als Fremdsprachenlehrkraft?
Abschnittsübersicht
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KI, genKI, Chatbot, LLM?

Bild erstellt mit ChatGPT
Künstliche Intelligenz (KI)
Künstliche Intelligenz (KI) befasst sich mit der Entwicklung von Systemen, die Aufgaben ausführen können, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern – etwa Muster erkennen, aus Erfahrungen lernen und auf neue Situationen reagieren.
Beispiele:
· Ähnlich wie eine menschliche Sprachlehrkraft passt eine KI-basierte Lernplattform Wortschatzübungen an das Sprachniveau der Lernenden an.
· Wie eine erfahrene Sprachlehrkraft beim Korrigieren von Aufsätzen erkennt ein KI-basiertes Rechtschreibprogramm Muster in Fehlern und macht passende Verbesserungsvorschläge.
KI „versteht“ dabei jedoch nichts, sondern ahmt menschliches Denken nur nach. Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist daher durchaus kritisch zu sehen, da er unrealistische Erwartungen weckt: KI-Systeme haben kein Bewusstsein und keine menschenähnliche Intelligenz, sondern arbeiten auf Basis riesiger Trainingsdatenmengen mit Wahrscheinlichkeiten.Maschinelles Lernen (ML) und Sprachmodelle (LLMs)
Maschinelles Lernen ist ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz. Dabei lernen Computer aus Beispielen, ohne dass jeder Schritt einzeln programmiert wird. Sie erkennen Muster in Daten und leiten daraus Regeln oder Vorhersagen ab.
Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) basieren auf diesem Prinzip: Sie werden mit Milliarden von Textbeispielen trainiert, „lernen“ dabei sprachliche Muster zu erkennen und berechnen, welches Wort oder welcher Wortteil (Token) mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes folgt.
LLMs verarbeiten Sprache also nicht mit echtem Verständnis, sondern mit Wahrscheinlichkeiten – ähnlich wie Lernende mit einem guten Sprachgefühl:
Wenn Sie den Satzanfang lesen „Heute scheint die …“, würden Sie instinktiv „Sonne“ ergänzen – „Nase“ hingegen fiele Ihnen höchstwahrscheinlich nicht ein.Generative KI (genKI)
Generative KI beschreibt Systeme, die auf Grundlage gelernter Muster neue Inhalte erzeugen – etwa Texte, Bilder oder Musik. Sie baut keine Textteile aus dem Internet einfach neu zusammen, sondern generiert Inhalte auf Basis von Mustern neu.
Beispiele:
• Ein Tool erstellt automatisch Beispielsätze zu neuem Wortschatz.
• Eine App erzeugt passende Bilder für Dialogübungen oder Lernkarten.Der Output einer genKI ist also einzigartig, kann aber (aus menschlicher Sicht) Fehler enthalten – ähnlich wie die Aussagen von Lernenden, die aus ihrem Wissen eigene Sätze bilden und dabei manchmal etwas falsch kombinieren.Chatbots
Chatbots (oder „Conversational Agents“) sind Programme, mit denen Menschen in natürlicher Sprache kommunizieren können – also ohne Programmierkenntnisse.
Sie nutzen im Hintergrund ein oder mehrere Sprachmodelle, um Eingaben zu analysieren und passende Antworten zu generieren (Buck, 2025).Beispiele:
• AIS.chat beantwortet Fragen und unterstützt beim Schreiben.
• Duolingo-Chat führt einfache Gespräche zum Sprachenlernen.
Der Chatbot ist die Oberfläche, über die Sie mit einem Sprachmodell interagieren – er ist gewissermaßen das Gesicht der KI.