Willkommen bei dem
Social-Media-Pass Niedersachsen

Mehr als nur Anwenden: Medienkompetenz für das digitale Zeitalter.

Liebe Lehrkräfte,

Ihre Schülerinnen und Schüler navigieren bereits intuitiv durch Apps, sprechen fließend in Memes und erstellen nebenbei Content, für den früher professionelle Unterstützung nötig war. Diese Vorerfahrungen sind die perfekte Grundlage, um die eigene Medienkompetenz zu vertiefen

Denn trotz ihrer technischen Versiertheit bewegen sich viele Jugendliche vor allem auf der anwendungsbezogenen Perspektive digitaler Medien: 96 % nutzen täglich WhatsApp, 62 % sind auf Instagram und 54 % auf TikTok unterwegs (JIM-Studie 2024). Die wenigsten von ihnen verstehen allerdings, wie diese Plattformen funktionieren (technologische Perspektive) oder welchen Einfluss sie auf uns und die Gesellschaft haben (gesellschaftlich-kulturelle Perspektive). Dabei ermöglicht erst das Zusammenspiel aller drei Perspektiven einen wirklich kompetenten und reflektierten Umgang mit der digital vernetzten Welt.

Info: Was gehört eigentlich alles zu Social Media?
Zur Kategorie der sozialen Medien zählen 

Soziale Netzwerkplattformen (z. B. Facebook, Instagram, X)

Diskussionsplattformen (z. B. Reddit)
Videostreamingplattformen (z. B. YouTube, TikTok)
Berufsplattformen (z. B. XING, LinkedIn) 

Messengerdienste (z. B. WhatsApp, Signal) werden von manchen Forschenden nicht als soziale Medien gesehen; andere klassifizieren auch Messengerdienste als soziale Medien, da eine Einzelperson über nutzergenerierte Inhalte zu vielen sprechen kann. 

(Quelle: Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften: Diskussionspapier: Soziale Medien, 2025

Was ist der Social-Media-Pass Niedersachsen?

Der Social-Media-Pass Niedersachsen ist ein praxisorientiertes Bildungskonzept.
Er unterstützt Jugendliche der Jahrgangsstufe 7 im Prozess vom unbewussten zum bewussten Umgang mit sozialen Medien. In drei systematisch aufeinander aufbauenden Modulen entwickeln Ihre Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen, die sie für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Social-Media-Plattformen benötigen.

Das Besondere: Der Social-Media-Pass Niedersachsen knüpft an die bisherigen Erfahrungen der Jugendlichen in den sozialen Medien an und ergänzt diese um das, was häufig fehlt: das Verständnis der Hintergründe, Mechanismen und gesellschaftlichen Zusammenhänge. Wider den Verbotsgedanken fördert der Social-Media-Pass Niedersachsen digitale Mündigkeit und einen kritischen und reflektierten Umgang mit Social Media.

Einsatzszenarien 
Die Materialien des Social-Media-Pass Niedersachsen sind flexibel einsetzbar: Sie können alle drei Module als zusammenhängende Einheit oder einzelne Module mit ihren Arbeitsblättern gezielt nach Bedarf und Zielgruppe nutzen. Die Inhalte eignen sich sowohl für Einzelstunden als auch für größere Unterrichtseinheiten, Projektwochen oder zur Begleitung der Einführung digitaler Endgeräte.
Besonders wirkungsvoll ist die Begleitung durch eine konstante Lehrkraft über mehrere Module hinweg. Bei Vertretungsstunden sollte die Klassenlehrkraft eingebunden sein, insbesondere bei Themen aus Modul 3.

Tipps aus der Praxis
Zu Beginn reagieren viele Schülerinnen und Schüler mit großer Aufmerksamkeit und teils auch Aufregung, da das Thema Social Media unmittelbar an ihre Lebenswelt anknüpft. Diese hohe Motivation kann durch klar strukturierte Phasen und abwechslungsreiche Methoden gezielt genutzt werden. Unterstützend wirken kurze Filmsequenzen oder dokumentarische Beispiele, die den Einstieg erleichtern und eine gemeinsame Gesprächsgrundlage schaffen. Bei sensiblen Themen kann es hilfreich sein, geschlechterspezifisch oder in kleineren Gruppen zu arbeiten, um einen offenen Austausch zu ermöglichen.

Podcast zum Social-Media-Pass

Im Podcast "Schule macht Medien" (Folge 86) wird ausführlich über den Social-Media-Pass Niedersachsen berichtet. Mit Tipps und Tricks aus der Praxis und überall da, wo es Podcasts gibt!

In den Podcast reinhören

Ihre Rolle: Lernbegleitung statt Social-Media-Profi

Keine Sorge! Sie müssen nicht plötzlich alle TikTok-Trends kennen oder zum Social-Media-Profi werden. Ihre Schülerinnen und Schüler brauchen Sie als etwas viel Wertvolleres: als Gesprächspartnerinnen und -partner, welche die richtigen Fragen stellen und Reflexionsprozesse moderieren.

Oftmals sind wir uns nicht bewusst, wie stark Social Media unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst. Erst durch den gemeinsamen Austausch wird deutlich: Diese Erfahrungen teilen viele Menschen – egal, in welchem Alter. 

Ihre Aufgabe ist es daher, gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern zu erkunden, wie die Plattformen funktionieren. Fragen Sie nach konkreten Erfahrungen. Schaffen Sie einen vertrauensvollen Rahmen für ehrliche Reflexion. Eine solche Haltung der authentischen Neugier ist wertvoller als reine Digital-Expertise.

Aufbau: Drei Module für einen reflektierten Umgang

Modul 1: “Wie nutze ich Social Media?”
Modul 1 startet mit den Lernenden selbst: Sie beschreiben ihr Nutzungsverhalten – von Selbstdarstellung über digitale Kommunikation bis hin zu ihrem Umgang mit digitalen Informationen. 
Das Ziel: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Bewusstsein für ihre digitale Identität. 

Modul 2: “Wie funktioniert Social Media?” 
Aufbauend auf diesem Bewusstsein beleuchtet das Modul 2 die technischen und wirtschaftlichen Hintergründe der Plattformen – von Geschäftsmodellen und Algorithmen bis hin zu Datenschutz und Privatsphäre. 
Das Ziel: Die Schülerinnen und Schüler durchschauen die Mechanismen hinter den Kulissen der Plattformen und können diese kritisch bewerten. 

Modul 3: “Wie wirkt Social Media?”
Das abschließende Modul 3 regt dazu an, konkrete Strategien für eine bewusste Mediennutzung zu entwickeln – ohne moralisierende Verbote, sondern mit Ansätzen für einen gesunden und reflektierten Umgang mit Social Media. 
Das Ziel: Die Lernenden werden zu souveränen Gestaltenden ihrer eigenen Social-Media-Erfahrung.

Jedes Modul enthält Arbeitsblätter, interaktive Übungen und Reflexionsanlässe, die sich differenziert an die Bedürfnisse verschiedener Lerngruppen anpassen lassen.

Das Ziel: Ein reflektierter Umgang mit Social Media

Es ist nicht das (vorrangige) Ziel, dass Ihre Schülerinnen und Schüler nach Absolvieren der Unterrichtseinheiten weniger Social Media nutzen. Eine Reduzierung der Nutzungszeiten kann ein sinnvoller Nebeneffekt sein, sofern diese bisher zu hoch sind. Es geht jedoch darüber hinaus: Ihre Schülerinnen und Schüler sollen Social Media reflektierter und kompetenter nutzen. Sie sollen die Plattformen, die sie täglich verwenden, verstehen und fundierte Entscheidungen über ihre digitale Teilhabe treffen können.

Die Bearbeitung der Materialien des Social-Media-Pass Niedersachsen ermöglicht Ihren Schülerinnen und Schülern, digitale Medien nicht nur intuitiv zu nutzen, sondern die Hintergründe und Wirkungsweisen in ihren Grundzügen zu verstehen. So können sie selbstbestimmt und verantwortungsvoll an einer digitalisierten Welt teilhaben.

Ihr Feedback ist uns wichtig

Der Social-Media-Pass Niedersachsen lebt von Ihrer Erfahrung aus der Praxis. Ihre Ideen und Anregungen helfen uns, die Materialien kontinuierlich weiterzuentwickeln und noch gezielter auf den Einsatz im Unterricht abzustimmen. 


Sie haben Feedback zum Kurs oder eine Anmerkung zum Material? 

Kontaktieren Sie uns gerne: socialmedia@nibis.de